Welcher Atemmensch bist du?

Die Atmung spielt im Yoga eine besondere Rolle. Die Yoga-Atmung wird Pranayama genannt. Prana heißt Lebensenergie.

Die Yoga-Atmung trainiert das Herz-Lungensystem, löst Energieblockaden und stärkt die geistige Konzentrationsfähigkeit usw. In diesem Blogbeitrag möchte ich drei Varianten vorstellen.


Beim Schreiben des Buches Haus der Gefühle entdeckte ich immer mehr, dass ich eigentlich die Menschlichkeit suchte. Es geht mir nicht darum, dass ich unzählige Stunden auf einem Meditationskissen sitze, vielmehr möchte ich mich dem Leben

öffnen (raus aus diesem Selbstfürsorgedruck, keinen Konzepten hinterherlaufen, die nicht zu mir passen usw.).

Vielleicht möchte ich einfach nur den eigenen Atem spüren. Die Atemlänge genießen. Durchatmen. Die Dinge entdecken, welche schon in mir angesiedelt sind wie z.B. meine Lebensenergie.



Textauszug aus dem Buch Haus der Gefühle:


Wir sollten es uns einfach erlauben, im Kontakt mit der Umgebung und mit

uns zu sein. Die Planung des Großeinkaufs für das Wochenende, das Vogelgezwitscher, der tiefe Atemzug, das Ziehen im Nacken und das Nachsinnen über den Arbeitstag dürfen in die Stille einfließen. Es findet ein Wechselspiel von verschiedenen Klängen, Geräuschen und Bildern statt. Das Leben berührt uns von außen nach innen und von innen nach außen. So erfahren wir, was hinter unseren Gedanken und Empfindungen im Verborgenen liegt und welche Bedürfnisse in uns wirken wie z.B. geliebt werden, sich sicher fühlen, gesehen, verstanden, respektiert oder anerkannt werden.


Ich bin mir sicher, dass ich viel leichter Kontakt mit meinen verborgenen Bedürfnissen in Kontakt komme, wenn ich mit meiner Atmung in Verbindung bin. Manchmal renne ich von einem Ort zum nächsten. Ich bin sicherlich nicht mit mir unterwegs. Kurzatmig. Und dann weiss ich, dass ich wieder lernen muss, gesund zu atmen. Einen tiefen Seuzfer zu machen. Hier einige inspierende Wörter, die mein Atmen bereichern können: Abendluft, Bergluft, Freiheitsluft, Frischluft, Gewitterluft, Wiesenluft, Waldluft, Meeresluft und Frühluft.


Welche Luft schenkt dir ein gutes Gefühl?





Atempoesie (Gedanken auf der Yogamatte)


Der Atem sollte nicht eng sein

Der Atem besteht nicht aus Verboten und Geboten

Er ist eingebunden

Er ist da

Er verbindet

Ähnlich wie die Blätter am Baum

Die feinen Spitzen, die empor wachsen -

kraftvoll und sanft,

vollgetankt mit Luft und Wolkenwasser,

sattgrün und genährt,

energiegeladen mit Sonnenlicht,

vernetzt mit anderen Bäumen,

ohne sich vergleichen zu müssen,

strahlen sie leuchtend gelb, rot, braun

mit Raureif überzogen,

wiegend im Wind,

fallend auf den Boden,

getragen im Kreislauf

Einatmen: Aufnehmen und Erobern

Ausatmen: Zurückgeben und Loslassen

Yin und Yang in der Atmung

Hingabe und Handeln in der Welt

Dazwischen Spannung oder Langeweile

Die aufgefaltete Oberfläche der Lunge ist so groß wie ein Fussballfeld

12 bis 18 Atemzüge pro Minute

Ca. 20.000 Atemzüge an einem Tag

Ein Wunder

Schreibe meine Gedanken auf

Ich halte sie fest

Ausatmen

Lasse los

Bewege meine Füße

Yoga


Atemübungen


Ich möchte euch gerne drei Atemübungen vorstellen, die ich regelmässig praktiziere und die unterschiedlicher nicht sein können. Die Übung "Liebevolles Atmen" ist aus der Praxis des Selbtmitgefühls. Sie hilft uns, zu unserer eigenen Mitte zurückzufinden und uns selbst Ruhe und Geborgenheit zu schenken. Die Nasenatmung ist mittlerweile als anerkanntes Mittel der Komplementärmedizin anerkannt. Sie kann bei der Stressbewältigung und der Bekämpfung von Angstzuständen und Depressionen helfen. Die Bauchatmung entspannt Körper und Geist.

Wenn du magst, dann kannst du sie gerne ausprobieren. Sie sind unkompliziert und können teilweise auch in den Alltag integiert werden.


1. Liebevolles Atmen (der Text kann auf ein Diktiergerät gesprochen werden)


Liebevolles Atmen
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2. Nasenatmung (Freundschaft zu den Nasenlöchern von Emmanuel Carrére, Buch Yoga) (Sich auf die Nasenatmung konzentieren)


Textauszug: Die Luft strömt in meine Nasenlöcher ein. Ich beobachte ihr Einströmen. Die Luft strömt aus meinen Nasenlöchern aus. Ich beobachte ihr Ausströmen. Es ist ein ruhiges, regelmässiges Strömen. Ich beobachte, wie die Luft die Naseninnenwände berührt. Es ist eine leichte, zarte Berührung. Die Nasenlöcher sind ein gutes Objekt für die Aufmerksamkeit, weil sie mit vielen Nervenbahnen durchzogen ist.


3. Die 4 und 8 Methode (Parasympathikus beruhigen)


Einatmen - im Kopf bis 4 zählen. Den Rippen dehnen sich. Der Bauch wölbt sich.

Ausatmen - im Kopf bis 8 zählen. Verspannungen und mögliche Engpässe lösen sich.

Solange wiederholen - wie es dir gut tut


Einatmen: Yang - Aufnehmen und Erobern/Yin - Ausatmen: Zurückgeben und Loslassen

Nun zurück zu meiner Anfangsfrage. Meinst du, bist du eher ein Mensch der Ausatmung oder ein Mensch der Einatmung? Oder hält es sich bei dir in der Balance?




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