Yoga und Brüste - "Sei lieb zu deiner Brust"

Aktualisiert: 31. Aug.

"Auf keinen Fall möchte ich wie Marilyn Monroe aussehen!"




"Du musst unbedingt dieses Kleid kaufen. Du siehst in diesem Kleid aus wie Marilyn Monroe!" Nach diesem Satz war klar, dass ich das Kleid nicht kaufen werde. Ich ging geradewegs in die Umkleidekabine und zog es wieder aus.

Zu meiner Freundin sagte ich: "Auf keinen Fall möchte ich wie Marilyn Monroe aussehen." Dabei legte ich das figurbetonte Kleid zurück. Als Teenagerin und junge Frau habe ich alles dafür getan, dass meine Brüste für die Umwelt nicht sichtbar sind. Ich habe mich für meine weiblichen Formen geschämt. Mit weiten Ökopullis, die aussahen wie Kartoffelsäcke, konnte ich meine Wölbungen gut verstecken. Sie hingen bis zu den Knien. Auch meine Freundin war todunglücklich über die Form und Grösse ihrer Brüste. Sie empfand diese viel zu klein. Sie sagte immer wieder: "Eigentlich kann ich mir das BH tragen sparen. Für die zwei Mückenstiche lohnt sich das gar nicht."


Die meisten Frauen haben ein gestörtes Verhältnis zu ihrer Brust. Es gibt wohl kaum eine Frau, die mit ihrer Brust zufrieden ist - sie sind entweder zu groß oder klein, die Brustwarzen zu gross und die Brüste zu hängend. An keinem anderen Körperteil wird so viel kosmetisch herumoperiert wie an Brüsten, schreibt Dr. Andrea A. Kaffka in ihrem Buch "Die Chinesische Heilkunde für Frauen".


Es ist doch traurig, dass viele Frauen ihren Brüsten mit einem derart strengen Bewertungssystem begegnen. Das Selbstwertgefühl ist oft abhängig davon, ob unsere weibliche Brust dem Schönheitsideal entspricht, welches in der Gesellschaft vorherrscht oder in den Medien gezeigt wird. Vor allem in den sozialen Medien oder in Hochglanzmagazinen werden unrealistische Bilder von Frauen repräsentiert. Die superschlanken Models mit grossen, vollen Busen werden von Computerhand aufgehübscht. Derartige Darstellungen können massive Minderwertigkeitsgefühle und Konkurrenzdenken zwischen den Frauen entstehen lassen.


Durch die öffentliche Zugänglichkeit moderner Medien hat sich eine Vorstellung von der "perfekten" Brust herausgebildet und viele Frauen fühlen sich minderwertig, wenn sie diesem Idealbild nicht entsprechen, sagt der Neuropsychologe Erich Kasten. Kaum ein Körperbereich wird in der Öffentlichkeit so kommentiert und bewertet wie die weibliche Brust. Deswegen ist es wichtig, dass die Brüste an Freiheit gewinnen. Es scheint, dass die Frauenbrust auch auf der politischen Bühne eine wichtige Rolle spielt. Hier fliesst z.B. die Frage ein: Dient die weibliche Brust ausschliesslich als männliches Lustobjekt?


Nur wenn Frauen sich selbst, ihren Körper – und damit auch ihre Brüste – annehmen, können die vollen Potenziale und Fähigkeiten ausgelebt werden. Um das nötige Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein aufbauen zu können, sind z.B. Körperreisen, Yoga und Meditation hilfreich. Aber auch eine öffentliche Diskussion über das Thema

"Natürlicher und respektvoller Umgang mit der Brust" scheint von grosser Relevanz zu sein.




Es scheint fast so zu sein, dass unsere Brüste mehr für andere als für uns selbst da sind (Dr. Andrea A. Kaffka in ihrem Buch "Die Chinesische Heilkunde für Frauen")


Unsere Brüste, die als ein urweibliches Symbol für Überfluss gelten, sind auch ein Sinnbild für die gebende und mütterliche Qualität einer Frau. Die Brust besteht aus hormonsensitivem Drüsen-, Binde- und Fettgewebe. Im Drüsengewebe der Brust befinden sich einzelne Läppchen, die in der Stillzeit Milch produzieren. Die weibliche Brust vermittelt den eigenen Kindern und manchmal sogar dem Partner Gefühle von Geborgenheit, Wärme und Sicherheit. Es scheint fast so zu sein, dass unsere Brüste mehr für andere als für uns selbst da sind.


Ein Gleichgewicht zwischen Nehmen und Geben im Alltag zu schaffen, ist für die meisten Frauen nicht einfach. Vor allem wenn kleine Kinder noch zu versorgen sind oder viele Anforderungen kumulieren, stehen die eigenen Bedürfnisse oft im Hintergrund. Ich bin eine Freundin von kleinen Schritten und einfachen Übungen. Nach dem Motto: Kleine Übung - grosse Wirkung. Meistens können schon minimale Veränderungen im Leben viel bewirken wie z.B. ein gemütliches Frühstück mit Freundinnen, Tanzen, Spaziergänge im Wald, einen Yoga - Kurs besuchen, Genussmomente im Alltag schaffen, den Atem wahrnehmen usw. Ich bin überzeugt davon, wenn wir die eigene Herzkraft (Lebensfreude) befeuern und ernst nehmen, auch grossen Einfluss auf unsere Gesundheit nehmen. Spannend ist ja auch, dass die Brüste anatomisch betrachtet ganz nah am Herzen sind.


Dabei fällt mir eine Aussage von der Tochter einer Freundin ein, die in einer Auseinandersetzung mit ihrer Mutter sagte: "Ich will einfach, dass es dir gut geht und du mir mehr Raum lässt." Diese Aussage finde ich sehr spannend! Ich will, dass es dir gut geht - bedeutet wohl übersetzt: Dass Kinder glücklich heranwachsen, wenn sie zufriedene Eltern haben. Ich weiss, dass meine Aussage sehr pauschalisierend daher kommt, aber an dem Kernpunkt ist sicherlich etwas dran.


"Lebensfreude stärkt die Gesundheit"


Die weibliche Brust

  • Für einige Frauen sind ihre Brüste auch ein empfindsames Lustobjekt. Ca. 80 % der Frauen reagieren sensibel auf Berührungen. Durch die Stimulation der Brüste und Brustspitzen öffnen wir uns für erotische Empfindungen (es ist aber auch völlig normal, wenn du keine erotischen Empfindungen spürst). Manche Frauen berichten davon, dass das Spüren von Berührungsreizen gefördert werden kann z. B. durch regelmässige Berührungen.

  • Die weibliche Brust besteht aus milchproduzierenden Drüsen mit einem umgebenden Fett- und Bindegewebe sowie verschiedenen Nerven und Gefäßen, der Brustwarze und dem Warzenvorhof.

  • Die weibliche Brust wird in der Pubertät durch Östrogene gebildet.

  • Das gesamte System der Milchdrüsen mit seinen vielen kleinen Verästelungen kann man sich in der Brust wie einen umgekehrten Baum vorstellen. Die Verästelungen gehen nach innen.

  • Die Brüste sind bei vielen Frauen nie komplett symmetrisch (meistens ist die rechte Brust kleiner)

  • Frauen sind die einzigen Säugetiere, welche nicht nur zu den Zeiten der Schwangerschaft und der Stillphase Brüste haben, sondern dauerhaft. Es gibt verschiedene Annahmen dazu: Das Nuckeln wird dadurch für Säuglinge einfacher - Atmen und Saugen ist gleichzeitig möglich, durch den aufrechten Gang wurden die Brüste zu einem neuen Sexualstimulus - beide Theorien sind umstritten.

  • Begrifflichkeit: Brustwarze - Mamille, lateinisch Mamilla - Weibliche Brust - Mamma femina (der Begriff "Brustwarze" ist nicht sehr ansprechend und fördert eine Sichtweise, die nicht besonders hilfreich ist - Warzen sind kleine Wucherungen auf der Haut, die von einem Virus verursacht werden - Hä, was hat das dann mit unseren Brüsten zu tun???

  • Aktuell werden Experimente mit Hunden durchgeführt: Anscheinend können manche Hunderassen Brustkrebs erschnüffeln


Yoga und die weibliche Brust

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die weibliche Brust im traditionellen Hatha Yoga kaum zur Sprache kommt. Auch ich habe bisher nur von Brustöffnung (Herzöffnung) gesprochen, sobald ich die weibliche Brust in meinen Kursen einbeziehen wollte.

Deswegen habe ich mir vorgenommen, eine präzisere Sprache zu benutzen. Es ist mir ein Anliegen, dass ich frauenspezifische Gesundheitsthemen noch mehr mit der Yogapraxis zusammenbringen möchte. Dabei wird auch die Brustgesundheit eine wesentliche Rolle spielen und auf ganzheitliche Weise beleuchtet werden.


Ich werde Anregungen und Impulse vermitteln, die eine liebevolle Beziehung zu den eigenen Brüsten stärkt. Frauen fassen ihre Brüste kaum an - Vielleicht mal schnell mit der Bodylotion drüber gehen und fertig ist die Prozedur. Mit schlechtem Gewissen stellt man dann noch fest, dass die Brustuntersuchung (Hinweis: Die Brustuntersuchung macht vor allem nach der Menstruation Sinn) noch nicht gemacht wurde. Ich bin davon überzeugt, dass die Art und Weise wie wir unserem Körper begegnen, entscheidend darüber ist, ob wir Fürsorge, Vorsorge, Pflege und Sinnlichkeit miteinander verbinden können.



Übung "Sinnliches spüren" - Brustöl, Yoga & Meditation


Mit dieser Übung möchte ich schon mal beginnen und dir zeigen, wie du während deiner Yogapraxis wohlwollend mit deinen Brüsten umgehen kannst. Die Übung wirkt auf der körperlichen, emotionalen und energetischen Ebene. Wenn bestimmte Teile nicht angenehm sind oder die Aufmerksamkeit auf deine Brust zu stark wird, dann nehme die Intensität heraus und praktiziere die Körperübung so, dass sie sich für dich stimmig anfühlt. Passe die Elemente nach deinem Geschmack an. Die Übung darf Freude bereiten und sollte keinen Stress auslösen. Sei lieb zu dir und zu deinen Brüsten!


Wenn du mich schon länger kennst oder andere Blogartikel bereits gelesen hast, dann wirst du wahrscheinlich wissen, dass ich gerne unterschiedlicher Wege miteinander verbinde. Auch diese Übung besteht aus Yoga, Meditation und Aromatherapie.





Diese Übung ist zu empfehlen:

  • Brustspannung harmonisieren (Bindewebe/Faszien weiten)

  • Stress und Blockaden abbauen

  • Mehr Sinnlichkeit erfahren

  • Den Atem vertiefen

  • Lebensfreude stärken

  • Wohltuende Rituale integrieren


Aromatherapie für die Brüste (Brustöl bei Spannungsschmerzen - Buch "Aromatherapie für Frauen" von Sabrina Herber und Eliane Zimmermann)

50 ml Nachtkerzenöl

5 Tropfen Zypresse

5 Tropfen Wacholder

6 Tropfen Rosengeranie

4 Tropfen Bergamotte





Alle Zutaten in einer 50- ml- Flasche mischen. Die Brüste sanft damit einreiben. Eine schöne Vorbereitung für die Yogaübung.


Yogaübung im Liegen (siehe Fotos): Falte eine Decke und lege sie unterhalb deiner Wirbelsäule. Der Kopf sollte auch noch Platz haben. Dann lege eine Hand unter dein Schulterblatt (es genügt auch, wenn dein Daumen in Richtung Schulterblatt kommt). Die anderen Arm kannst du in Schulterhöhe ausstrecken oder bequem anwinkeln. Deine Brust erhebt sich nach oben und wird geöffnet. Nimm deine Brust- und Bauchatmung wahr. Entspanne deine Schultern. Der Brustwirbelbereich und die Schulterblätter sinken in Richtung Boden und in deine Hand hinein. Die Rückseite des Herzens wird getragen und gehalten. Gehe dann mit deiner Aufmerksamkeit zu deiner Brust (Innenraum - Aussenraum, Haut, Brustspitzen, Temperatur usw.). Was nimmst du wahr? Erlaube dir, alles zu empfinden, was auch immer du gerade spürst. Ohne Leistungsdruck. Geniesse deinen Atem. Erfahre deinen Körper als Einheit. Vielleicht riechst du den Duft des Körperöls. Verspannungen im Bindegewebe können sich lösen. Bleibe ca. 3 - 5 Minuten in der Haltung und wechsle dann die Seite. Sollten komische Gefühle während der Übung auftreten, dann pausiere. Oder lass den meditativen Teil aus und führe ausschliesslich die Yogaübung aus. Probiere die Übung zu einem späteren Zeitpunkt wieder aus (Wichtig: Höre auf deinen Körper, respektiere deine Bedürfnisse).


Danach lege eine Hand auf dein Herz (im Liegen oder Sitzen) oder beide Hände auf deine Brüste. Bleibe einen Moment in der Stille. Mögliche Affirmationen:


Ich erlaube mir, zu geniessen

Ich bin voller Lebendigkeit

Ich erlaube mir, all meine Gefühle auszudrücken


 

Mein nächster Blogbeitrag wird sich mit dem Thema Brustspannungen (Mastodynie) beschäftigen. Dort wirst du erfahren, warum eine ärgerliche Leber Brustspannungen und Schmerzen auslösen kann. Einen heilsamen Umgang mit der Angst vor Brustkrebs finden. Die Sicht der Schulmedizin wird einfliessen. Und Yoga ist selbstverständlich auch dabei.


Hier schon mal ein paar Anregungen von Barbara Walliser, TCM - Therapeutin und Herbalistin mit westlichen Kräutern:


Beim Brustspannen könnten einige Einflüsse eine Rolle spielen: Vermehrter Stress, Emotionelle Spannungen, lassen den Qi- Fluss ins Stocken geraten und beeinträchtigen die Funktion der Leber, welche für den freien Fluss und des Qi´s im Körper verantwortlich ist. Dies kann u.a. zu einem Spannungszustand in den Brüsten führen.

(Das PMS- Syndrom wird in der TCM auch der Leber zugeordnet.)


Was nun tun? Abgesehen von Entspannung durch Bewegung, mit z.B. Yoga, "Emotionen von der Seele reden" und kreativem Tun -> fördert alles den Qi- Fluss der Leber,

gibt es eine Reihe Leber- Qi bewegender Kräuter. Dazu gehört die Rose (Heckenrose/Rosa canina), der Löwenzahn -> wirkt stark ausleitend und bewegend und der Mönchspeffer -> reguliert auch das Östrogen/Progesteron Gleichgewicht.


Das Brustspannen kann auch durch eine Dysbalance hormoneller Herkunft entstehen, oder durch Schleim (Ablagerungen).

Die Herkunft der Brustspannungen und die Behandlung der Wurzel sollte vorerst mit einer individuellen und ganzheitlichen Anamnese abgeklärt werden


 

Zum Abschluss möchte ich noch die Kurse/Workshops von Barbara Knöpfel empfehlen. In den letzten Monaten habe ich mich immer wieder mit Barbara über das Thema "Brüste und Weiblichkeit" ausgetauscht.

Ich schätze ihr Wissen und ihre kraftvolle, sensible, liebevolle und humorvolle Herangehensweise sehr.




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